Die Autorin unterwegs – mit Geschichten von unterwegs

Am Samstag, den 21. Januar 2017 darf ich zusammen mit meiner lieben Kollegin Paula Kemp in Düsseldorf Dinge vorlesen: Geschichten von unterwegs – Marokko-Roadtrip meets Genua-Ennui in Shari’s Kitchen in der Collenbachstraße 41.

Direkt im Anschluss geht es weiter nach Mönchengladbach, wo am 22. Januar Paula, Marlies Weißbrich und ich mehr Geschichten von unterwegs zum Besten geben – zusätzlich zu Marokko & Genua dürft ihr dann auch den Jakobsweg erforschen. Im Ladenlokal in der Eickener Straße 41, Beginn 20 Uhr.

Über das Schaffen

»Ich habe eine Wassermelone getragen!«*
Schön wär’s. Könnte ich jetzt gar nicht mehr. Ich habe nämlich etwas anderes getragen.

Eine Küche.

Es gibt Leute, die jedem, der es hören will (oder auch nicht) gerne erzählen, dass es total klasse ist, wenn man seine Grenzen auslotet und sich selber überwindet. Sport soll schmerzen, Berge erklimmen macht Spaß und nächtelang wachbleiben high, zwölf gebratene Schweine kann man durchaus mal essen, auch wenn man dann kotzen muss.

Der Mann und ich können also auch ne Küche in die Wohnung schleppen.

Angeblich ist es im Anschluss mehr als befriedigend, das Geschaffte zu betrachten und sich klarzumachen, dass MAN DAS SELBER WAR! GANZ ALLEIN! WOW!

Der Mann und ich haben geschwitzt, gelitten, geflucht und es letzten Endes tatsächlich geschafft.

Haben wir uns selber überwunden?
Ich auf jeden Fall.

Haben wir weitergemacht, obwohl wir nicht mehr konnten?
Jupp.

War es hochgradig befriedigend, als alles geschafft war?
Nein.
Es hat wehgetan.

Würde ich es wieder tun?
Auf keinen Fall, niemals, um keinen Preis.

Was bleibt, ist eine schiefe, unfertige, nur halb-gemütliche Küche und Schmerz.
Seit Tagen sitzt er in meinem Rücken. Erbärmlich. Irrsinnig. Er brüllt mich bei jeder Bewegung an. »Turini, verdammte Scheiße! Was hast du dir dabei schon wieder gedacht?« Ich brülle dann zurück, dass ich doch einfach nur ne Küche wollte, nen Herd und ne Spüle und ein paar Schränke für Töpfe, damit ich endlich aufhören kann, Fertigsuppen aufzugießen.

Vielleicht werden die Schmerzen dereinst verblassen, Herr Gaffory und ich werden alt und runzlig in unseren Lehnstühlen sitzen, und er wird sagen »Weißt du noch, unsere erste gemeinsame Wohnung? Die in Mühlburg, mit der beschissenen Küche, die du so gehasst hast?«
Und ich werde milde lächelnd mein Strickzeug sinken lassen und sagen »Ja, ich erinnere mich. Das war lustig.«
Dann werden wir seufzen und uns an dem Gedanken erfreuen, dass wir mal selbständig waren und stark und in der Lage, uns zu überwinden und eine verfickte Küche in den zweiten Stock zu schleppen, zu zweit, stundenlang.

Vielleicht aber auch nicht.

*Der / die Erste, der / die mir den Film nennt, aus dem dieses Zitat stammt, bekommt ein signiertes Exemplar meines neuen Buches »Kopf hoch, sagte der Silberfisch in meiner Badewanne«. Echt jetzt! Mail an: Simona [ät] lektorat-turini [punkt] de

Von der Einsamkeit

Gatsby steht mit einem Glas Whisky auf seiner Terasse, als Nick Caraway zu ihm kommt.

Ich stand monatelang allein auf meinem Balkon und betrank mich ruhig und stetig, und niemand kam.

Das ist das Problem mit der Einsamkeit: Um sie darstellen zu können braucht es andere Menschen, Beobachter. Aber in der Realität ist man eben einfach einsam.

Might Contain Emotion

Es ist langelange nix passiert hier — das liegt nicht daran, dass im schönen Wiesbaden Stillstand herrschen würde (dem ist schließlich immer so…), das liegt nur daran, dass ich eine faule Sau bin, die gerade mit Arbeit zugeschüttet wird. Irgendwas fällt eben immer hinten runter, zum Beispiel diese Seite hier.

Ich gelobe Besserung.

Gegen allzu große Sehnsucht hilft nun aber auch das wundervolle Portal indieberlin, für das ich neuerdings Rezensionen beisteuern darf.

Zum Beispiel diese hier zu Amandas Palmers literarischem Debüt „The Art of Asking“.

Mehr wird folgen.

Bestimmt.

Bald.

Tales from the Madhouse

Wenn man die Pökelfleisch-Einlage aus der Suppe popelt, um sie „Kamelle! KAMELLE!“ brüllend vom Balkon zu werfen,

wenn man mit der brennenden Kippe im Mund den Fuß hinter den Kopf knotet, bis man über den Krankenwagen-Parkplatz rollt,

wenn man Transport-Rollbretter zu Skateboards umfunktioniert und mitten in der Nacht damit die Tiefgarage invadiert,

wenn man erfolgreich illegale Taubenkämpfe veranstaltet,

wenn man Containerschiffe mit übers Wasser flitschenden Steinen beschießt, auf dass sie leckschlagen und versinken mögen,

wenn man feststellt, dass das angebliche Bistro „L’Amuse-bouche“ in Wahrheit ein Special-Interest-Puff sein muss,

wenn die frischen Quarkbällchen nur wegen ganz bestimmter Eier so köstlich geworden sein können,

wenn die Schwangeren von der Strickgruppe Contergan einnehmen, weil sie „keine Ärmel können“,

wenn auf den Tischen im Speisesaal Protest-Yoga stattfindet, ehe man nackt in der Kapelle das Kruzifix anzündet und im Weihwasserbecken badet,

wenn alle auf einmal Steffen heißen,

 

wenn all das passiert, obwohl keinerlei Alkohol im Spiel ist — kann es dann sein, dass die moderne Psychiatrie den Einsatz von Medikamenten ein klein wenig übertreibt?

DreckSack

Manchmal geschehen schöne Dinge – zum Beispiel wird ein Text abgelehnt, aber die Blog-Ergüsse für geil befunden.

Damit – und mit einem neuen Text – bin ich nun also in der aktuellen Ausgabe des DreckSack vertreten.

Pics or it didn’t happen

Wie angekündigt – Bilder von der Buchmesse Leipzig 2015.

Wenig, qualitativ minderwertig, aber da müssen wir jetzt alle durch. Dafür sind die Bilder alle von mir, es wird also keinen Ärger geben.

Wer sich erkennt und das nicht will: Bitte Nachricht an mich. Wer sich erkennt und das definitiv will: Bedient Euch. Bitte unter Nennung der Quelle.

 

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Buchmesse Leipzig 2015

Du drängelst Dich durch schlendernde Menschenmassen. Du kommst genervt irgendwo an.

Es gibt Bier. Es gibt Rum. Manchmal gibt es Wein.

Auf einmal erkennen Dich die Leute, die, die Du schon vor drei Jahren unter ganz ähnlichen Umständen getroffen hast, und danach nochmal woanders und dann wieder woanders, und von denen Du eigentlich dachtest, sie würden sich nie merken, wer Du bist.

Und dann führst Du Gespräche über Traktor-Legenden und Sammelheftchen, Curling, die schönsten Bahnstrecken Deutschlands, Techniken der Ausweidung und Weihnachts-Besäufnisse und weißt: Hier bin ich richtig, hier setze ich mich mal in den Weg.

Ehe Du weißt, was überhaupt passiert ist, liest Du Leuten Dinge vor und lässt Dir vorlesen und kriegst Komplimente und Schnaps. Du entwickelst eine fast schon unheimliche Faszination für diese Fremden. Und dann wachst Du auf und wurdest bemerkt, die Faszination könnte eine Gegenseitige sein, und vielleicht wird doch noch alles gut und bunt.

Dann stehst Du wieder irgendwo, liest irgendwas, bekommst irgendwas vorgelesen, lachst und freust Dich und kriegst Komplimente und Essen.

Dann bist Du wieder zuhause, kannst nicht schlafen, weil Du die ganze Zeit lachen willst, liest in die leere Luft, denn Du bist wieder allein und nachdem Du endlich geschlafen hast, ist auch nichts klarer als vorher.

Aber das war es wert.

Die nächsten Rumwaffeln brauchen bitte Zimt.

 

Ausführlicher gibt es das Ganze bei der Spelunkenjenny.

FLEDERMAUSLAND!

Hola meine lieben Leser — heute spare ich mir vielviel Arbeit und verweise einfach auf Susann Klossek:

Frisch ab Presse!

Gerne darf man auch bei mir Bestellungen loswerden, ich besorge die dann bei Miss GonZo.

Grüße & bis nächste Woche in Leipzig!